Kooperationsvereinbarung

Das Jahr 2014 war geprägt von zahlreichen Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Die Veranstaltungen zielten darauf ab, den Menschen die einzigartigen Emotionen und Gefühle der damaligen Novembertage ins Gedächtnis zu rufen. Neben Berlin stand damals insbesondere die Region zwischen Braunschweig und Magdeburg im internationalen Fokus. Der ehemalige Grenzübergang Helmstedt/Marienborn gilt seitdem als eines der wichtigsten Symbole der deutschen Wiedervereinigung. Straßen und Wege zwischen den beiden deutschen Staaten, die teilweise seit 50 Jahren gekappt waren, wurden wieder neu belebt. Es bleibt auch in der heutigen Zeit eine der wichtigsten Herausforderungen, zwischen den Menschen Passagen zu öffnen und Brücken zu schlagen.

Seit dem 8. Dezember 1987 verbindet die beiden Großstädte Braunschweig und Magdeburg eine lebendige und gewachsene Städtepartnerschaft. Diese ist geprägt von spannenden Begegnungen, regem Austausch und fruchtbarer Zusammenarbeit auf den unterschiedlichsten Ebenen. Das 25-jährige Jubiläum im Jahre 2012 nahmen die Stadträte beider Kommunen zum Anlass, um die Idee der Ausweisung einer touristischen Route zwischen Braunschweig und Magdeburg an die Landkreise und kreisangehörigen Städte heranzutragen. Ziel war die Realisierung eines in Deutschland einmaligen, länderübergreifenden „Städtepartnerschaftsradweges“, der Fahrradfahrern aus den Großräumen die Möglichkeit eröffnet, den zwischen den Städten gelegenen Raum näher zu erkunden und kennen zu lernen.

 

mehr erfahren

  Die angesprochenen Landkreise, Städte und Gemeinden zeigten sich von der Idee begeistert und begannen noch im Jahr 2012 mit der Entwicklung eines entsprechenden Konzeptes. Als Ergebnis dieser interkommunalen Zusammenarbeit wurde eine 110 Kilometer lange Route projektiert, deren Mittelpunkt die Magdeburger Warte in Helmstedt darstellt. Am 8. Dezember 2014 unterschrieben im Helmstedter Rathaus der Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, der Braunschweiger Oberbürgermeister Ulrich Markurth und die weiteren Vertreter der 16 beteiligten Gebietskörperschaften eine Kooperationsvereinbarung als formellen Startschuss. Fahrradfahrer, die sich auf den Weg von der Löwen- in die Domstadt machen, kommen unterwegs in den Genuss zahlreicher Sehenswürdigkeiten und Naturerlebnisse. Die Region ist reich an Geschichte, schönen Landschaften und kulturellen Highlights, die abseits stark befahrener Straßen erreicht werden können. Genau deshalb sind sich alle Beteiligten auch darüber einig, dass diese Tour für Fahrradfahrer aus ganz Deutschland attraktiv sein wird. Wer nur Abschnitte der 110 Kilometer langen Route fahren möchte, kann an vielen Stellen über den ÖPNV einsteigen und hat mehrere Schnittstellen zu anderen Radrouten, wie Aller-Radweg, Telegraphen-Radweg, Elbe-Radweg oder Weser-Harz-Heide-Radweg. Die Radroute zwischen Braunschweig und Magdeburg macht die jüngsten Ereignisse in der deutschen Geschichte auf eindrucksvolle Art und Weise erlebbar. Der Radweg ist aber auch Ausdruck und Zeichen eines gewachsenen Zusammen-gehörigkeitsgefühls. Ein länderübergreifender Städtepartnerschaftsradweg zwischen den alten und neuen Bundesländern ist in dieser Form einzigartig.